top of page

Abnehmen mit dem Zyklus

  • Autorenbild: Natalie Wiedenmann
    Natalie Wiedenmann
  • 10. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt diese Tage im Monat, da läuft gefühlt alles perfekt: Du bist voller Energie, hast kaum Appetit auf Süßes, das Training fällt dir leicht und die Pfunde schmelzen scheinbar wie von selbst.

Und dann… zwei Wochen später: Plötzlich fühlt sich dein Bauch aufgebläht wie ein Luftballon an, die Waage zeigt aus dem Nichts 1,5 Kilo mehr an und du könntest abends gefühlt den gesamten Vorratsschrank leer futtern. Bevorzugt mit Schokolade, Chips oder frischem Brot.


Der erste Gedanke, der vielen Frauen Ende 30 oder Anfang 40 dann durch den Kopf schießt: „Ich habe keine Disziplin! Ich habe mir alles wieder kaputt gemacht!“

Aber ich möchte dir heute eine Sache ganz deutlich sagen: Dein Körper ist nicht kaputt. Und du bist nicht undiszipliniert.


Du kämpfst in diesem Moment schlichtweg gegen deine eigenen Hormone. Und solange du versuchst, jeden Tag im Monat exakt gleich zu essen, wirst du diesen Kampf immer wieder verlieren. Es ist Zeit, deinen Zyklus zu verstehen und ihn endlich für dich zu nutzen!

Nachdenkliche Frau am Küchentisch, umgeben von Chips, Schokolade und Frühstück; blickt seitlich, Notizbuch mit Farbkreis. Sie versucht ihren Zyklus zu verstehen und woher der Heißhunger immer kommt

Was in der zweiten Zyklushälfte wirklich in deinem Körper passiert

Dein Zyklus teilt sich im Wesentlichen in zwei große Phasen auf und beide stellen völlig unterschiedliche Ansprüche an deinen Stoffwechsel.


Phase 1: Die Follikelphase (Vom ersten Tag der Periode bis zum Eisprung)

In den ersten zwei Wochen dominiert das Hormon Östrogen. Östrogen macht dich energiegeladen, fördert den Muskelaufbau und sorgt für eine hohe Insulinempfindlichkeit. Das bedeutet: Dein Körper kann Kohlenhydrate in dieser Phase extrem gut verarbeiten, dein Blutzucker bleibt stabiler und das Abnehmen fällt dir spürbar leichter.


Phase 2: Die Lutealphase (Vom Eisprung bis zur nächsten Periode)

Nach dem Eisprung übernimmt das Hormon Progesteron das Kommando. Und jetzt verändert sich physiologisch einiges:

  1. Dein Grundumsatz steigt: Dein Körper bereitet sich auf eine potentielle Schwangerschaft vor. Dafür baut er die Gebärmutterschleimhaut auf. Das kostet Energie! Dein Körper verbrennt in dieser Phase tatsächlich ca. 100 bis 300 Kalorien mehr pro Tag. Der gesteigerte Hunger ist also kein Einbildungsprodukt, sondern echter physiologischer Bedarf.

  2. Die Stimmungs-Achterbahn: Gegen Ende der ersten Phase fällt der Östrogenspiegel ab. Östrogen ist aber maßgeblich an der Produktion des Glückshormons Serotonin beteiligt. Fällt das Östrogen, sinkt auch das Serotonin. Und wonach schreit unser Gehirn, um diesen Abfall schnell auszugleichen? Richtig: Nach schnellen Kohlenhydraten und Zucker!

  3. Wassereinlagerungen: Progesteron lässt das Gewebe weicher werden. Zudem lagert der Körper vor der Periode vermehrt Wasser ein. Diese 1 bis 2 Kilo mehr auf der Waage sind kein Fett, sondern pures Wasser.


Wie du deinen Speiseplan perfekt an deinen Zyklus anpasst

Hör auf, deinen Körper zu bestrafen, wenn er vor den Tagen nach mehr Nahrung verlangt. Passe deine Ernährung stattdessen clever an die Phasen an:


In Phase 1 (Start bis Eisprung): Der Fettverbrennungs-Booster

  • Nutze deine hohe Energie! Jetzt ist die beste Zeit für etwas intensivere Bewegung.

  • Dein Körper kommt mit etwas weniger Kohlenhydraten super zurecht. Setze auf viel frisches Gemüse, knackige Salate und mageres Eiweiß.


In Phase 2 (Eisprung bis Periode): Sättigung & Nervennahrung

  • Erhöhe dein Eiweiß und gesunde Fette: Das gibt deinem Körper die Bausteine, die er jetzt braucht, und hält deinen Blutzucker trotz Hormonschwankungen flach.

  • Gönn dir komplexe Kohlenhydrate: Gib deinem Körper die Kohlenhydrate, nach denen er verlangt, aber bitte in der cleveren Variante! Kürbis, Süßkartoffeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte oder Quinoa helfen dir, das Serotonintief auszugleichen, ohne dass du in die Zuckerfalle tappe.

  • Magnesium gegen Heißhunger: Wenn du extremen Appetit auf Schokolade hast, steckt oft ein Magnesiumbedarf dahinter. Nüsse, Saaten oder dunkle Schokolade (ab 70 % Kakaoanteil) sind jetzt perfekte Helfer.

  • Verbanne die Waage: Wiege dich niemals in den 5 Tagen vor deiner Periode! Das Ergebnis verzerrt deine Erfolge durch Wassereinlagerungen und sorgt nur für unnötigen Frust.


Höre auf, gegen deine Biologie zu kämpfen

Sobald du verstehst, dass dein Körper vor deinen Tagen nicht dein Feind ist, sondern einfach nach bestimmten Nährstoffen verlangt, fällt oft eine riesige mentale Last von dir ab und auch der Frust wird weniger, wenn du verstehst, dass du nicht Schuld bist.


Abnehmen im Familienalltag funktioniert nicht mit starrer Disziplin an 365 Tagen im Jahr. Es funktioniert, wenn du deinen weiblichen Körper verstehst und dich mit ihm verbündest.

Willst du lernen, wie du deine Ernährung perfekt auf deinen Körper, deine Hormone und deinen Alltag abstimmst?

In meinem 1:1 Online-Coaching schauen wir uns deine ganz persönliche Hormon- und Alltagssituation an. Ich zeige dir, wie du ohne Heißhungerattacken, ohne ständiges Kalorienzählen und ohne Verzicht dein Wohlfühlgewicht erreichst.


Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du dich in deinem Körper wieder rundum wohl und energiegeladen fühlst!


Deine Natalie

Kommentare


bottom of page